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Pro memoria

Zum fünften Mal findet die Internationale Woche der Menschenrechte in Neukölln statt

Stolpersteine
Stolpersteine in der Weichselstraße. Foto: Museum Neukölln.

"Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person." So jedenfalls lautet der Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Verabschiedet wurde das 30 Artikel umfassende Dokument am 10. Dezember 1948 als die Welt noch unter dem Eindruck der schrecklichen Ereignisse des Zweiten Weltkriegs stand. Fast sechzig Jahre später zeigt sich, dass die Menschenrechte in vielen Teilen der Welt wieder oder immer noch mit Füßen getreten werden.

Gerade auch in Neukölln leben viele Menschen, die ihre Heimatländer nicht unbedingt freiwillig verlassen haben. Die Veranstaltungen im Rahmen von Pro memoria wollen nicht nur an vergangene Menschenrechtsverletzungen erinnern, sondern auch aktuelle in das Blickfeld der Öffentlichkeit rücken.

Die diesjährigen Veranstaltungen:

Eternit und Zwangsarbeit

Ein unbewältigtes Kapitel

Im Sommer 2007 besuchte Nadja, eine ehemalige russische Zwangsarbeiterin, die Stätte in Berlin-Rudow, an der sie von 1942 bis 1945 zur Schwerstarbeit gezwungen wurde. Über Nadjas Geschichte wurde ein Film für das Schweizer Fernsehen produziert, der im Museum Neukölln gezeigt wird. Im Anschluss berichten der Arzt Dr. Christian Richter, der Nadja nach Berlin einlud, die Autorin Maria Roselli, deren Buch "Die Asbestlüge - Das dunkelste Kapitel der modernen Industriegeschichte" gerade erschienen ist und die Filmemacherin Dinorah Cervini und Gaetano Agueci über ihre Begegnung mit Nadja und den schwierigen Umgang mit der Wahrheit bei der Firma Eternit.

Moderation: Udo Gößwald

10. Dezember um 18 Uhr

Stolpersteine in Berlin

Vortrag von Brinda Sommer, Publizistin

Diskussionsrunde mit Gunter Demnig (Bildhauer), Martin Düspohl (Kreuzberg Museum), Erica Fischer (Schriftstellerin) und Robert Dupuis (Stolpersteinstifter)

Moderation: Bärbel Ruben

12. Dezember um 18 Uhr

Fremde Bräute und verlorene Söhne

Lesung und Diskussion mit der Autorin Necla Kelek

Die Soziologin Necla Kelek forscht seit Jahren zu den Themen Islam im Alltag und Parallelgesellschaften. 2005 erschien ihr vielbeachtetes Buch: Die fremde Braut. Ein Bericht aus dem Inneren des türkischen Lebens in Deutschland. 2006 legte sie mit Die verlorenen Söhne, Plädoyer für die Befreiung des türkisch-muslimischen Mannes neuen Zündstoff nach. Necla Kelek wird aus beiden Büchern lesen und ihre Thesen vorstellen.

13. Dezember um 18 Uhr

Alle Veranstaltungen finden im Museum Neukölln in der Ganghoferstraße 3-5 statt.

S. Pfau