Spaghetti mit Tomatensauce und Geschichten von damals und heute
Die Lange Tafel brachte schon im Vorfeld Alt und Jung zusammen, am 12. Juli gab es das große Essen unter freiem Himmel und ein herzliches Wiedersehen
Hunderte Luftballons flattern entlang des Maybachufers im Wind, an ihnen hängen Geschichten aus einer anderen Zeit. Sie erzählen Geschichten vom Bombenkrieg, vom Hunger, aber auch von Traumhochzeiten und Kinderfreuden, von Abschied und Wiedersehen. Schüler und Schülerinnen der Heinrich-Heine- und der Rütlischule sowie des Albert-Schweitzer-Gymnasiums haben diese Geschichten, die ihnen die "Alten" erzählt haben, aufgeschrieben und sichtbar gemacht.
Das Wiedersehen zwischen Alt und Jung an diesem Mittag, da man sich zum Spaghettiessen trifft, ist mehr als respektvoll - es ist von einer Herzlichkeit geprägt, fast als würden hier die Großeltern auf ihre Enkel treffen. Stolz erzählen die Jugendlichen "ihren" Omas und Opas von den guten Noten im Zeugnis. Auf 200 Meter entlang des Maybachufers setzen sich die Alten und die Jungen nun hin, essen gemeinsam und reden, reden, reden, denn man hat sich immer noch viel zu sagen. Im Reuterkiez wurden hier nicht nur Generationen sondern auch Kulturen überbrückt - gelebte Integration.
Auf der Internetseite von TV Neukölln gibt es auch einen Videobeitrag zur Langen Tafel.
Das Projekt "Lange Tafel", vor drei Jahren von Isabella Mamatis in der Kreuzberger Bergmannstraße ins Leben gerufen, fand zum ersten Mal im Reuterquartier statt. Und es war ein voller Erfolg. Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky eröffnete die Veranstaltung und nahm zwei Chroniken entgegen, in denen die gesammelten Erfahrungen und Geschichten aus dem Reuterkiez aufgezeichnet sind. Wir sind gespannt auf das Jahr 2009, denn dann sollen - in Erinnerung an den Mauerfall vor 20 Jahren - die diesjährigen Tafeln im Bergmannkiez, im Graefekiez und im Reuterquarier um eine weitere am ehemaligen Mauerstreifen in Treptow ergänzt werden.










