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Gewerbe, Handel und Wandel

Gewerbetreibende im Reuterkiez

Über die Quartiersgrenzen hinaus bekannt ist der Markt am Maybachufer. Foto: QM Reuterplatz

Das Reuterquartier ist seit seiner Entstehung Ende des 19. Jahrhunderts ein traditioneller innerstädtischer Gewerbestandort: Kottbusser Damm und Sonnenallee aber auch fast alle Wohnstraßen des Gebiets sind im Erdgeschoss geprägt durch den Einzelhandel. Daneben finden sich gründerzeitliche Fabrikbauten und Gewerbeflächen in enger Nachbarschaft zu Wohngebäuden.

Traditionelle Produktionsbetriebe liegen heute dicht neben jungen Unternehmen aus der Medien und Modebranche. Insgesamt sind über 300 Gewerbebetriebe im Quartier ansässig, etwa die Hälfte der Betriebsinhaber haben einen migrantischen Hintergrund. Diese Betriebe sind gleichzeitig Arbeitsplatzpotenzial für die Bewohnerschaft sowie Potenzial für Praktikums- und Ausbildungsplätze für die Jugendlichen des Quartiers.

Die Rahmenbedingungen für die lokale Wirtschaft im Quartiersmanagement Reuterplatz sind nach wie vor als schwierig einzuschätzen, wenn auch durch die allgemeine Wirtschaftsentwicklung und Existenzgründungen ein positiver Trend festzustellen ist. Zu diesen Rahmenbedingungen zählen: fehlende Kaufkraft von Bewohnern, Klein- und Kleinstbetriebe mit geringer bis fehlender Kapitaldecke, verändertes Kaufverhalten und die Umstrukturierung des Einzelhandels.

Vor allem entlang der Sonnenallee und am Kottbusser Damm findet man orientalische Bäckereien, Lebensmittelläden und Restaurants. Foto: QM Reuterplatz

Dem Handlungsspielraum des Quartiersmanagements zur Verbesserung der Gewerbe- und Arbeitsmarksituation auf der lokalen Ebene sind enge Grenzen gesetzt. Denn starke Einflüsse die jenseits der lokalen Einflussmöglichkeiten liegen, bestimmen die Situation in diesem Bereich.

Vor diesem Hintergrund ist die Bestandssicherung der Gewerbebetriebe im Quartier vorrangig. Die Unterstützung von Existenzgründern, der Aufbau von Netzwerken und die Verbesserung der weichen Standortfaktoren zur Stärkung der lokalen Ökonomie sind Ziele, die konkret verfolgt werden.

Seit 2003 wurden verschiedene Projekte und Maßnahmen mit verschiedenen Trägern erprobt, wie z.B. Gewerbestammtische, aufsuchende Beratung für Klein- und Kleinstbetriebe, Ausbildungsberatung für lokale Betriebe, Zwischennutzungsagentur, Erstellung eines Ratgebers für Gewerbetreibende, Existenzgründerberatung, Durchführung eines Rundgangs „Handwerk, Hightech, Mode, Medien“ zu beispielhaften Gewerbebetrieben des Quartiers.

Bei allen Projekten spielt die enge Kooperation mit der Wirtschaftsförderung des Bezirksamts Neukölln und Vertretern der ethnischen Ökonomie ein große Rolle.

Träger: div. Träger

Durchführung: TDU (Türkisch-Deutsche Unternehmervereinigung Berlin Brandenburg), Dr. Adler, Ursula Bach und Cornelia Hüge, Zwischennutzungsagentur, Quartiersmanagement

Finanzierung: Soziale Stadt

Fördersummen: ca. 165.000 (2003 bis 2007)

Handlungsfeld: lokale Ökonomie