Und noch einmal: Ran ans Ufer!
Am Mittwoch, den 26. Februar 2003, waren die BewohnerInnen zur Informationsveranstaltung in den Jugendklub ‚Manege’ eingeladen. Die bisherige Planung zur Umgestaltung des Maybachufers war Thema des Abends.
Moderiert wurde die Veranstaltung vom neuen Quartiersmanagement-Team Reuterplatz. Das mit den Umbauarbeiten beauftragte Planungsbüro Conradi, Braum und Bockhorst präsentierte seine ersten Entwürfe, um sie mit den Interessierten zu diskutieren und abzustimmen.
Neben etwa sechzig interessierten BewohnerInnen waren auch der Leiter des Tiefbauamtes Neukölln, Herr Voskamp, und der Leiter des Stadtplanungsamtes, Herr Borowski, anwesend, sowie Herr Hirsch von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Frau Genz, die Koordinatorin des Bezirksamtes Neukölln für die Quartiers-managementgebiete.
In der Einführung wurden von Herrn Bockhorst zuerst die Potenziale des Maybachufers vorgestellt: die Wasserlage, die vorhandenen Großbaumbestände, die breite Fahrbahn und der türkische Wochenmarkt an der Mündung zum Kottbusser Damm. Als Mängel treten vor allem der ziemlich marode Gehwegbelag zwischen Kottbusser Damm und Hobrechtstraße, die zunehmende Vermüllung, städtebauliche Defizite (Gewerbeflächen) und erhöhter Ladenleerstand hervor.
Die Umbaumaßnahme soll durch die Straßenverengung die Aufenthaltsqualität am Ufer erhöhen. Eine geplante Maybachterrasse auf der Höhe Hobrechtstraße wird das Ufer ebenfalls attraktiver machen. Hauseigentümer und Mieter werden angeregt, mehr zu investieren und der Ladenleerstand am Maybachufer wird eventuell abnehmen, da mehr Laufkundschaft zu erwarten ist. Zudem führt eine interessante Wohnlage auch zu einer Stabilisierung der sozialen Struktur.
Die vorgestellte Umgestaltung umfasst den ersten Bauabschnitt, d.h. vom Kottbusser Damm bis zur Einmündung der Schinke- und der Hobrechtstraße. Zuerst soll der Gehweg auf der Häuserseite erneuert werden. Hierzu wird das historische Pflaster entfernt und neu in ein Betonbett verlegt. Damit ist der Gehweg nicht mehr so anfällig für Schäden, die von den schweren Marktfahrzeugen herrühren.
An der Uferseite werden parallel zu dem vorhandenen Baumbestand Neupflanzungen vorgenommen, die die Anordnung von Senkrechtparkplätzen unterteilen wird. Auf der Häuserseite wird es ein Parkverbot geben. Durch diese Maßnahmen wird die Fahrbahnbreite auf ca. 5,5 m verengt - eine Möglichkeit, auf die schon vorhandene Tempo 30 Zone aufmerksam zu machen. Die illegale Dauerparknutzung durch Marktfahrzeuge wird so nicht mehr möglich sein.
Fragen gab es vor allem im Bereich Verkehr. Werden Parkplätze entfallen und wenn ja, wie viele? Oder besteht die Möglichkeit eine Einbahnstraßenregelung durchzusetzen? Die verkehrstechnischen Fragen werden nochmals in kleinerer Runde geklärt werden. Für viele andere stand der Müll und die nicht vorhandenen sanitären Einrichtungen im Vordergrund. Vor allem an Markttagen klagen die Anwohner des ersten Bauabschnitts über die Nutzung von Hauseingängen und Spielflächen als öffentliche Toiletten. Auch die Hinterlassenschaften des Marktbetriebes, der auf den Gehwegen und zum Teil sogar auf die Uferböschung geladen wird, sind für viele Anwohner ein Ärgernis. Hier ist auf jeden Fall noch Handlungsbedarf. Wobei dies eher in den Bereich der Organisation auf Seiten der Marktbetreiber als in den planerischen Bereich fällt. Herr Voskamp riet den Anwohnern, sich bei ihm oder im Quartiersbüro zu melden, wenn die Straße nach dem Marktbetrieb nicht ausreichend gereinigt ist.
Soweit die vorgebrachten Anmerkungen und Kritikpunkte die Planung zur Umgestaltung betreffen, werden sie - soweit als möglich - berücksichtigt. Die Umbauphase des ersten Teilabschnittes wird etwa drei Jahre betragen. Dieser Abschnitt soll exemplarisch stehen, denn die Finanzierung für die Gesamtumgestaltung des 1,5 km langen Maybachufers vom Kottbusser Damm bis zur Lohmühlenbrücke ist keineswegs gesichert.






