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Zwischennutzungsagentur 2005 bis 2007

Gewerbeleerstand als Ressource

Ein Rundgang mit der Zwischennutzungsagentur im Sommer 2006. Foto: QM Reuterplatz

Der Leerstand von Läden im Reuterquartier betrug im Juni 2002 über 35%, einige davon wurden schon über 6 Monate nicht mehr vermietet. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Die Wirkung der heruntergelassenen Rollläden und leeren Schaufenster für das Wohnumfeld ist jedoch immer die Gleiche: das Stadtbild verliert an Attraktivität, das Angebot für die Bewohner reduziert sich, die Straßen sind weniger belebt, Vandalismus und ein Gefühl der Unsicherheit bei den Passanten machen sich breit.

Zwischennutzung als Strategie der behutsamen Leerstandsentwicklung

Unter veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen gewinnen kreative und kooperative Entwicklungsprozesse sowohl für Eigentümer, als auch für Nutzungsinteressenten an Bedeutung. Die Zwischennutzungsagentur fördert im Auftrag des Quartiersmanagements eine sozialräumlich integrierte Entwicklung, die den Aufbau der lokalen Quartiersökonomie fördert und zur Identitätsbildung der Standorte nachhaltig beiträgt. Damit die neuen Nutzungen Zeit haben, sich in die vorhandenen Strukturen einzubetten, bieten gestaffelte Bindungen für Raum, Zeit und Preis Chancen für die städtische Zukunft.

Dazu wurden von der Zwischennutzungsagentur zunächst die Leerstände erfasst und Entwicklungsschwerpunkte, so genannte „Tatorte“, identifiziert.

In einem zweiten Schritt wurden die Kontakte zu Eigentümern, Hausverwaltungen und den potentiellen Nutzern aufgebaut, Begehungen von leer stehenden Räumen durchgeführt, Nutzergruppen gebildet und die Verhandlungen zwischen Nutzern und Vermietern moderierend begleitet. Hierbei stellten sich drei unterschiedliche Nutzertypen heraus. Die Starternutzung für Existenzgründer, die Interimsnutzer für eine echte Zwischennutzung sowie die Eventnutzer für besondere zeitlich befristete Ereignisse (z.B. Dreharbeiten, 48 Stunden Neukölln, designmai, Art, Festivals).

In den zwei Jahren seit Projektbeginn wurden im Reuterquartier an 159 Nutzungsinteressenten Räume vermittelt. Der Schwerpunkt lag dabei mit über 90 % auf den Starternutzungen. Es entstanden 186 Arbeitsplätze. Etwa 50 % der Nutzer sind Bewohner des Quartiers und 29 % Migranten.

Träger: Zwischennutzungsagentur

Durchführung: Zwischennutzungsagentur

Finanzierung: Soziale Stadt

Fördersumme: 15.000 (2005), 18.750 (2006), 20.000 (2007)

Handlungsfeld: lokale Ökonomie / Eigentümeraktivierung / Standortmarketing